1991: 

Es hatte sich herumgesprochen, dass es in Berumbur einen Shanty-Chor gab, und so fanden immer mehr Auftritte auch außerhalb Berumburs statt. Wir sangen und spielten unter anderem auf den Dorffesten in Leezdorf, Nesse und sangen auf Strohballen beim Lagerfeuer in Arle. Auch Exotik war angesagt: Eine Damenfußballmannschaft aus Hawaii war auf Besuch in Hage und feierte dann mit den Hager Gastgeberinnen im Vereinsheim des KBV “Freesenkraft” in Berumbur. Wir sollten den Hawaiianerinnen unsere Musik präsentieren. Shantys und Hula, eine ganz besondere Mischung. Im Sommer 1990 hatte sich die INSSA ( heute ISSA ) in Delfzijl gegründet, eine Vereinigung der Shanty-Chöre mit heute über 500 Mitgliedschören. Bereits im Herbst 1990 traten wir ihr als Chor Nummer 20 bei. Delfzijl war in diesem Jahr Ziel der “Tall Ships Races” und alle Großsegler waren gekommen. Von der “Gorch Fock” über die “Sedov”, Krusenstern” “Amerigo Vespucci”, “Stadsraat Lehmkuhl” “Sagres” “Alexander von Humbold” und wie sie alle heißen. Diese Großveranstaltung war mit einem großen Shanty-Festival verbunden und wir hatten eine Einladung dazu erhalten. Unser erster Auftritt war gleich auf dem Hauptpodium und zum ersten Mal hatten wir weit über 1000 Zuhörer vor uns. Vielleicht waren es sogar 2000. Wir zitterten wie Espenlaub, aber das Publikum machte es uns leicht. Nach “Ahoi Kameraden Ahoi”, “Roll Alabama Roll” und “de Hoffnung” merkten wir am Beifall, dass wir gut ankamen und wurden ruhiger. Auf weiteren Podien folgten noch 4 Auftritte. Der letzte war von 24.00 Uhr -0.30 Uhr und, weil der nachfolgende Chor nicht kam, haben wir bis kurz vor 1.00 Uhr gesungen.Vorher, am frühen Freitag Abend, gab es den Weltrekord für das Guiness Buch der Rekorde. 1600 Sängerinnen und Sänger bildeten den größten Shanty-Chor der Welt, und wir waren mit dabei. Auch die Übernachtung in der Schule auf Feldbetten wird uns wegen der guten Stimmung unvergessen bleiben. Und wir lernten in Delfzijl Stan Hughill kennen, d i e Kapazität in Sachen Shantys. Unser Roolf nennt ihn immer den Shanty-Papst. Stan Hughill war ein Waliser, der sein Leben lang zur See gefahren ist und Shanties und Seemannslieder gesammelt hat. Er war bereits damals eine lebende Legende und über 80 Jahre alt. Wir trafen ihn 1992 erneut in Delfzijll, wo er sogar mit uns noch abends in einer Kneipe. “Rolling Home” sang. Er sang dabei im Refrain “Segler heim”, so wie er es auch in einem seiner Bücher geschrieben hat. 1993 verstarb er. Als wir 1993 in Rotterdam auf dem Shanty-Festival 1993 waren, sangen alle Chöre zum Abschluss in Gedenken an ihn seinen Lieblingsshanty “Leave Her Johnny Leave Her”.

 

 

 

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